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Angst und Phobie

Auswege aus dem Teufelskreis der Angst

„Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern die Vorstellungen und Meinungen von den Dingen.“

Epiktet - Antiker Philosoph

Warum empfinden wir Angst?

Angst ist eine essenzielle Emotion, die uns in unserem Leben davor bewahrt, zu große Risiken einzugehen. Aus evolutionspsychologischer Sicht stellt das Erleben von Angst einen überlebenswichtigen Schutzmechanismus dar, um uns frühzeitig vor einer Gefahr zu warnen. Als Reaktion darauf wird unser gesamter Körper aktiviert und auf Kampf oder Flucht vorbereitet.

 

Unsere Vorfahren in der Steinzeit haben unter anderem deshalb überlebt, weil sie beim Anblick eines gefährlichen Raubtiers intuitiv wussten, wie sie handeln müssen. Ohne die Fähigkeit, Angst zu empfinden, wären diese Menschen wahrscheinlich früher oder später getötet worden, da sie das Ausmaß einer potenziellen Gefahr nicht adäquat erkannt hätten.

 

Auch wenn wir glücklicherweise in unserem Alltag in den meisten Fällen nicht um unser Leben fürchten müssen, hat Angst auch hier für uns wichtige Funktionen. Sie mobilisiert in uns Ressourcen, um eine Situation erfolgreich zu bewältigen. Ob wir etwas als bedrohlich erleben, hängt neben der eigentlichen Situation überwiegend von unseren Vorerfahrungen und subjektiven Wahrnehmung ab.

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Wann wird Angst zum Problem?

Geprägt durch unsere Erfahrungen und Überzeugungen reagiert jeder Mensch anders auf ein und dieselbe Situation. Darüber hinaus werden wir bereits bei der Geburt mit unterschiedlich sensiblen Nervensystemen ausgestattet und besitzen eine individuelle Reizreaktionsschwelle. Dieses Zusammenspiel von biologischer Veranlagung und individuellen Prägungen entscheidet darüber, wie ängstlich wir auf ungewohnte Situationen reagieren. 

 

Somit kann es für manche Menschen bereits in Alltagssituationen zum Empfinden lebensbedrohlicher Angst kommen. Hierbei ist immer das subjektive Erleben des Einzelnen ausschlaggebend und weniger die eigentliche Bedrohung selbst. Dadurch erscheint die erlebte Angst aus der Perspektive der betroffenen Person in der Situation vollkommen logisch und angemessen.

Ein Problem entsteht daraus, wenn wir nicht die Überzeugung haben, uns erfolgreich berhaupten zu können und die Angst die Kontrolle über unser Verhalten übernimmt. Dann haben wir das Gefühl, der Angst ohnmächtig ausgeliefert zu sein und bekommen im schlimmsten Fall Panik. Kampf, Flucht oder Ohnmacht erscheinen dann für uns als die einzig sinnvollen Handlungsalternativen.

Welche Formen von Ängsten unterscheiden wir?

Angststörungen sind dadurch gekennzeichnet, dass sich die Betroffenen hilflos gegenüber der Angst und den damit verbundenen Auslösern fühlen.

Bei Phobien handelt es sich um Ängste vor konkreten Situationen oder Dingen. Menschen, die z.B. unter einer Agoraphobie leiden, haben große Angst davor, auf öffentliche Plätze zu gehen, zu verreisen, oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, da sie befürchten, im Notfall keinen Fluchtweg zu haben. Unter einer sozialen Phobie versteht man eine Bewertungsangst vor anderen Menschen. Betroffene vermeiden es um jeden Preis, in Kontakt mit fremden Menschen zu kommen, da sie befürchten, sich in der Öffentlichkeit lächerlich zu machen. Bei der dritten Form von Phobien handelt es sich um Ängste vor ganz bestimmten Dingen oder isolierten Situationen (z.B. Blut- und Spritzenphobie, Höhenangst oder Hundephobie).

Im Gegensatz zu Phobien richtet sich die Angst bei einer generalisierten Angststörung nicht auf einen bestimmten Auslöser und die Betroffenen leiden unter ständiger Anspannung und nicht enden wollenden Sorgen um sich und Angehörige. Bei einigen Menschen kommt es auch zu unerkärlichen Panikattacken mit Symtpomen wie zum Beispiel Herzrasen, Schweißausbruch oder Todesangst, die aus heiterem Himmel plötzlich auftreten. Diese Form bezeichnen wir als Panikstörung.

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Wege aus dem Teufelskreis der Angst

Menschen, die unter starken Ängsten leiden, sind oft wahre Überlebenskünstler. Sie haben in der Regel gelernt, ihren Alltag so zu strukturieren, dass sie Angst auslösende Situationen so gut es geht überstehen oder vermeiden können. Leider führt das auch oft dazu, dass die Betroffenen verlernt haben, mit derartigen Situationen gut umgehen zu können. Die Erwartung, eine Stresssituation erfolgreich bewältigen zu können, ist dann in bei diesen Menschen sehr gering ausgeprägt.

 

Um zukünftig besser mit Angst behafteten Situationen umgehen zu können, ist eine schrittweise Konfrontation mit diesen Ängsten unabdingbar. Damit die Betroffenen nicht von ihren Ängsten überwältigt werden, ist hierbei ein sorgfältiges Vorgehen wichtig. Hat jemand z.B. starke Angst davor, mit unbekannten Menschen zu sprechen, beginnen wir zunächst damit, sich diese Situation vorzustellen und die antizipierten Befürchtungen näher zu verstehen. 

Durch sukzessives Üben kann dann eine zunehmende Sicherheit und positive Erwartungshaltung in der betreffenden Situation aufgebaut werden. Bevor die obige Person übt, ein vollständiges Gespräch mit einem fremden Menschen zu führen, könnte sie z.B. erst einmal nur nach der Uhrzeit fragen. Anschließend wird die Komplexität der Situation zunehmend gesteigert bis das Wunschziel erreicht ist.

Wenn Sie mehr wissen möchten...

Der erfolgreiche Umgang mit Ängsten gehört zu den größten Herausforderungen in unserem Leben. Angst vor wichtigen Entscheidungen zu haben, ist eine normale, wenn auch unangenehme Reaktion und gehört grundlegend zu unserem Menschsein dazu. Die gute Nachricht lautet, dass es nie zu spät ist, sich seinen Ängsten zu stellen. Sie können jederzeit damit beginnen, sich persönlich weiterzuentwickeln und an Ihren Erfahrungen zu wachsen.   

Um Ihnen auf Ihrem Weg zu mehr Selbstsicherheit und Zuversicht zu helfen, begleite ich Sie durch Ihren eigenen Entwicklungsprozess und möchte Ihnen an dieser Stelle meine persönlichen Lesetipps mit an die Hand geben. Diese sollen Sie dabei unterstützen, Ihre Ängste Schritt für Schritt besser zu verstehen und einen achtsamen Umgang mit diesen zu erlernen.

Mit Ängsten und Sorgen erfolgreich umgehen
(John P. Forsyth)

Angst kommt und geht: 52 Wege für inneren Frieden
(John P. Forsyth)

Stärker als die Angst
(Heike Alsleben)

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